Vienna Film Commission

Magie der Nacht

Das Belvedere veranstaltet 2012 eine gemeinsame Ausstellung mit der Hamburger Kunsthalle zum Themenkreis „Nacht im Zwielicht“. Es ist eine Präsentation der Nachtbilder aus der eigenen Sammlung bis in die Gegenwart: u.a. Silke-Silkeborg, Michaela Math, Ernst Stöhr (St. Pölten, Mitbegründer der Wiener Secession), Emil Jakob Schindler, Egon Schiele, Anton Romako, (NÖ), Wilhelm Thöny (1.Präsident der Grazer Secession), Inge Morath (Stmk), Alfred Kubin (OÖ). Wie aber geriet die Nacht ins Zwielicht? Die alten „heidnischen“ Religionen kennen Götter der Nacht und des Tages. So finden wir im Iran vor 3500 Jahren, den Nachtgott Yama, zu dessen Ehren noch heute das Now Ruz, das persische Frühjahrs- und Neujahrsfest gefeiert wird. So auch in Graz, wo es die iranische Gemeinde feiert. Die alten Griechen verehrten Nyx, die Göttin der Nacht, vor der selbst Göttervater Zeus Respekt hatte. Doch bei dem Philosophen Platon gerät die Nacht ins Zwielicht: er vermutet, dass die meisten Menschen in der Dunkelheit einer Höhle hausen und die Nacht eine Zeit der Unvernunft ist. Die spätantiken Gnostiker (Mandäer, Manichäer) erklären der Nacht und der Finsternis den Krieg und infizieren damit auch die anderen monotheistischen
Religionen. Augustinus, zum Christentum bekehrter Manichäer, macht aus Platons Staat einen Gottesstaat und überträgt die Frauenfeindlichkeit seiner früheren Religion ins Christentum. Für ihn ist die Nacht die Mutter der Gottlosen.
Im Mittelalter wird die Nacht oft als trauernde Frau dargestellt. Und sie ist die Zeit, wo der Teufel und die Hexen auftreten. Erst in der Neuzeit und auch durch die Aufklärung gibt es wieder Strömungen des Denkens, die an der Rehabilitierung der Nacht arbeiten (u.a. Sir Karl Popper), ebenso die Malerei mit ihrer Hell-Dunkel Sensualisierung der Farben. Heute schaffen wir durch die „Lichtverschmutzung“ zum Teil die Nacht ab. Es ist also verständlich, dass KünstlerInnen wieder Sehnsucht nach der Nacht
entwickeln.

Projektart
Dokumentation
Produktion
Petrus van der Let Filmproduktion
Regie
Petrus van der Let
ProduzentInnen
Petrus van der Let
Produktionsleitung
Petrus van der Let
Aufnahmeleitung
Petrus van der Let
Drehstart
01.04.2012
Postproduktion Start
01.06.2012
Fertigstellung
15.09.2012