Vienna Film Commission

Die lange Welle hinterm Kiel

Zwei Familien, die im Zweiten Weltkrieg in politisch gegensätzlichen Lagern standen und Todfeinde wurden begegnen einander auf einem Kreuzfahrtschiff wieder -- an einem Ort, wo keiner dem anderen und damit auch seiner Vergangenheit lange Zeit aus dem Weg gehen kann. Margarete Kämmerer wird begleitet von ihrem Neffen Siegfried, der sicherstellen soll, dass nach ihrem Tod ihre Asche ins Meer gestreut wird, in die lange Welle hinterm Kiel. Margarete bemerkt am benachbarten Tisch einen Herrn und lässt ihren Neffen Sigfried Nachforschungen anstellen. Und sie erfährt, dass der Mann tatsächlich Martin Burian ist. Der Krieg machte Margarete und Martin zu Todfeinden. Margarete erinnert sich an Martin Burian als jenen Tschechen, der nach Kriegsende die männliche deutsche Bevölkerung liquidieren ließ - darunter auch ihren Mann Sepp Pichler. Martin Burian hingegen weiß, dass Sepp Pichler ein ehrgeiziger Nazi seinen Bruder auf dem Gewissen hat. „Sie ist für mich die Frau des niederträchtigen Mörders meines Bruders. Und ich bin für sie der niederträchtige Mörder ihres Mannes." So unversöhnlich, verbittert und auch resignierend beurteilt Martin Burian die Möglichkeit einer Vermittlung als er von seiner Schwiegertochter Silva darauf angesprochen wird. Auch Silva hat die lange Welle hinterm Kiel zum Ziel. Sie will dort ihrem Leben ein Ende setzen. Silva verliebt sich jedoch auf dem Schiff in Siegfried. Nach einer leidenschaftlichen Liebesnacht erscheint es Silvia absurd jemals den eigenen Tod herbei gesehnt zu haben. Liebe und Leidenschaft haben die Todessehnsucht abgelöst. In derselben Nacht verschwinden Margarete und Martin spurlos von Bord. Silva und
Siegfried begeben sich auf die Suche und stoßen dabei auf einige Erkenntnisse… „Die lange Welle hinterm Kiel“ ist bedrohte Liebes- und Lebensgeschichten in der die
Figuren an Extrempunkte geraten, um sie zu Entscheidungen zu drängen. Diese Geschichte erzählt von Liebe und Historie, fragt nach Schuld und Sühne sowie nach Versöhnung und Vergebung. Und eines wird klar: Die Wahrheit hat viele Gesichter.

Projektart
TV-Film
Produktion
Mona Film
Link
Regie
Nikolaus Leytner
DarstellerInnen
Christiane Hörbiger, Mario Adorf, Veronica Ferres, Christoph Letkowski u.v.m.
ProduzentInnen
Thomas Hroch, Gerald Podgornig
Herstellungsleitung
Alfred Strobl
Produktionsleitung
Ingrid Holzapfel
Aufnahmeleitung
Nina Hilzinger, Henrike Grausgruber
Produktionskoordination
Claudia Schindler
Drehbuch
Klaus Richter nach dem gleichnamigen Roman von Pavel Kohout
Kamera
Hermann Dunzendorfer
Licht
Thomas Hollaus
Ton
Michael Etz
Kostüm
Caterina Czapek
Maske
Martin Geisler, Claudia Herold, Sabine Schumann
Szenenbild
Bertram Reiter
Schnitt
Karin Hartusch
Drehstart
08.10.2010
Postproduktion Start
13.11.2010