Vienna Film Commission

Die Seelen im Feuer

Europa im 17. Jahrhundert. Epidemien, Missernten, die Kälte der ‚Kleinen Eiszeit’ und anderes unerklärliche Leid nähren den Glauben an böse Geister und Hexen. Es wird Jagd auf Menschen gemacht, die man hierfür verantwortlich macht. Der ‚Hexenhammer’ und die ‚Hexenbulle’ von Papst Innozenz VIII. bilden die rechtliche Grundlage dafür. Ein Kirchenfürst nutzt die Hexenhysterie aber auch für sein ganz persönliches Interesse. So der fanatische Hexenjäger und Fürstbischof von Bamberg, der unbescholtene Bürger und politische Kontrahenten der Hexerei bezichtigt.
Bamberg – 1626. Der junge Arzt CORNELIUS kehrt von seinen Medizinstudien aus dem fortschrittlichen und weltoffenen Wien zurück in seine Heimatstadt Bamberg, um seinen Vater zu beerdigen. Er hofft, bald an die Universität Wien zurückzukehren, um die ihm angebotene Stelle als Assistent eines angesehenen Professors anzutreten. In der Bamberger Mohrenapotheke trifft Cornelius auf seine Kindheitsfreundin JOHANNA. Cornelius ist beeindruckt und fasziniert von der lebensfrohen, klugen und modernen Frau, zu der Johanna geworden ist. Sie ist mit dem Gerichtsschreiber SCHRAMM verlobt und betreibt mit viel Leidenschaft und Kenntnis das Apothekergeschäft ihres alten Vaters, obwohl es ihr als Frau offiziell untersagt ist. Kurz darauf wird Cornelius zu einem Notfall zum Bamberger FÜRSTBISCHOF gerufen. In einer schwierigen Operation rettet er diesem das Leben. Beeindruckt von Cornelius’ Fähigkeiten befehligt ihn der Fürstbischof in seinen Dienst. Denn in Bamberg haben sich erste Verdachtsmomente auf Hexen ergeben und Cornelius soll als Arzt die Beschuldigten auf Hexenmale untersuchen. Cornelius, der nach Wien zurück will, muss sich fügen. In der Hoffnung, die Hexenanschuldigungen würden sich schnell als haltlos erweisen, begibt er sich ins Malefizhaus (Hexengefängnis). Doch stattdessen wird er Zeuge, wie unschuldige Menschen gedemütigt, gefoltert und zur Besagung weiterer unschuldiger Seelen gezwungen werden. Er erkennt, mit welcher Skrupellosigkeit der Fürstbischof eine regelrechte Hexenjagd eröffnet, mit dem offensichtlichen Ziel, seine Macht gegenüber den verhassten weltlichen Stadträten zu stärken und sich am Hab und Gut der Gerichteten zu bereichern. Es kommt zum ersten Brand. Cornelius ist schockiert. Und die Situation wird noch schlimmer: Johanna wird von einem Nachbarskind in dessen kindlicher Naivität als Hexe beschuldigt. Als Cornelius vor der entblößten Johanna steht und sie auf Hexenmale untersuchen soll, bricht für Beide eine Welt zusammen. Cornelius gelingt es geschickt, das Fehlen von Hexenmalen zu beweisen. Doch die Hexenkommissare finden schnell neue Argumente für Johannas Schuld und Cornelius erkennt, dass er sie nicht retten kann. Ihm bleibt nur eine Möglichkeit: Cornelius nutzt seine Gunst beim Fürstbischof und setzt sich für Johanna ein. Er zieht damit den Zorn des Fürstbischofs auf sich, doch Johanna kann knapp einer Verurteilung entgehen. Der Schock sitzt für Beide tief. Johanna leidet unter dem Erlebten, und mehr noch unter der kaum zu ertragenden Enttäuschung, als sich ihr Verlobter von ihr abwendet. Nicht nur, dass eine beschuldigte Hexe seiner Karriere als Schreiber bei den Hexenprozessen unzuträglich ist. Schramm ist überzeugt, dass sich Johanna der Hexerei schuldig gemacht hat. Indes kann Cornelius dem unmenschlichen Treiben nicht länger zusehen. Er schließt sich mit den Stadträten und einem beherzten Jesuitenpater zusammen, um die Unrechtmäßigkeit der Prozesse beim kaiserlichen Reichshofrat in Wien anzufechten. Doch der Fürstbischof bekommt Wind von dem Vorhaben und macht Jagd auf die Räte. Nur mit knapper Not gelingt es Cornelius und dem Jesuitenpater zu entkommen, während die Stadträte und auch Johannas Vater verhaftet werden. Cornelius verspricht der besorgten Johanna, in Wien einen Rechtsspruch für ihren Vater, die Räte und alle übrigen Gefangenen zu erwirken. Längst haben Cornelius und Johanna ineinander nicht nur einen Verbündeten gefunden, sondern auch ihre große Liebe. Cornelius und der Pater eilen nach Wien. Doch die Zeit drängt, die Reise nach Wien ist beschwerlich und ein Durchdringen zu den Verantwortlichen beim kaiserlichen Reichshofrat ist nahezu unmöglich, denn der Fürstbischof scheint überall Verbündete zu haben. Indes wird Johanna erneut besagt und von den Häschern des Fürstbischofs verhaftet. Diesmal werden die Hexenrichter sie nicht mehr gehen lassen. Die letzte Hoffnung liegt nun in einem Eingreifen des kaiserlichen Reichshofrats, der die Macht besitzt, dem Fürstbischof Einhalt zu gebieten. Letztendlich gelingt Cornelius und dem Pater ein Durchdringen und es tritt ein, was Cornelius kaum noch zu hoffen wagte: Der Reichshofrat erlässt im Namen des Kaisers ein Urteil gegen die rechtswidrigen Prozesse des Fürstbischofs, das Johanna, ihrem Vater und allen anderen noch lebenden Gefangenen das Leben retten könnte. Alles hängt nun davon ab, ob das Urteil den Fürstbischof noch rechtzeitig erreicht...

Projektart
TV-Film
Produktion
FILM-LINE Productions Filmproduktions GmbH, ECLYPSE Filmpartner Film- und Fernsehproduktions GmbH
Link
Regie
Urs Egger
ProduzentInnen
Arno Ortmair, Monika Raebel
Herstellungsleitung
Sebastian Rybing
Produktionsleitung
Winfried Demuss
Aufnahmeleitung
Anu Shanker
Produktionskoordination
Sonja Kohlbacher
Drehbuch
Annette Hess
Kamera
Holly Fink
Licht
Michael Röska
Ton
Thomas Szabolcs
Kostüm
Birgit Hutter
Maske
Monika Fischer-Vorauer, Andreas Meixner
Szenenbild
Petra Heim
Schnitt
Oliver Neumann
Casting
Simone Bär Castingstudio, Eva Roth
Drehstart
02.09.2013
Postproduktion Start
16.10.2013