Vienna Film Commission

Deine Schönheit ist nichts wert

Erst seit kurzer Zeit in Wien, können Mutter und Vater nur wenig Rücksicht auf den introvertierten Veysel nehmen. Sein älterer Bruder Mazlum (18) ist ausgerissen und schon seit Tagen nicht mehr zu Hause gewesen.
In der Schule kommt der schüchterne Veysel aufgrund der sprachlichen Problemen und der psychischen Belastung zu Hause nicht mit. Als er wiedereinmal seine Hausaufgaben nicht gemacht hat droht ihm die Lehrerin, dass er in eine niedrigere Schulstufe versetzt wird. Um das Schuljahr dennoch positiv abzuschließen, das Herz von Ana, seiner Nachbarin und Klassenkollegin, zu gewinnen und seinen Eltern zu beweisen, dass er ein guter Sohn ist, lernt er sein Lieblingslied von Asik Veysel, übersetzt ins Deutsche, auswendig.
Sein Nachbar Cem (32), hilft Veysel beim Übersetzen, und durch seinen Kontakt mit dem jungen Buben wird auch Cem so manches über das Leben klar. Als Veysel eines Abends gerade beim Lernen ist, läutet die Polizei an der Tür. Mazlum ist beim Dealen erwischt worden. Die Eltern sind verzweifelt, doch Veysel gibt ihnen wieder Mut und Hoffnung, indem er seinen Eltern das Gedicht, auf Deutsch, auswendig vorträgt.
Veysel traut sich nun endlich ein wenig an Ana heranzutreten. In der Straßenbahn setzt er sich schweigend neben Sie, und als er aussteigen will, hält sie ihn zurück. Die Beiden verbringen einen Nachmittag in der Straßenbahn. Ana scheint auch langsam ihre Gefühle für Veysel zu entdecken und als Veysel ihr sein gelerntes Gedicht aufsagen will, bittet sie ihn es erst am nächsten Tag in der Klasse für sie vorzutragen.
Doch noch in derselben Nacht wird Veysel von Cem geweckt. Ana und ihre Familie werden in einer Nacht und Nebel Aktion von der Fremdenpolizei abgeschoben. Im Hof herrscht große Aufregung seitens der Nachbarn und der Familie von Ana. Veysel läuft in die Wohnung und holt das Gedicht, damit er es Ana noch mitgeben kann. Als er wieder im Hof ankommt, sind die Autos gerade weggefahren. Veysel läuft den Autos so schnell er kann hinterher, doch bald sieht er sie nicht mehr und läuft nur noch durch die dunklen Straßen in die Nacht.
Als er mitten auf der Straße verzweifelt umher schaut, halten plötzlich die Autos der Fremdenpolizei vor ihm an. Veysel geht zum Transporter und öffnet die Seitentür, Ana steigt aus und umarmt ihn ganz fest. Es scheint alles wie ein Traum. Er drückt Ana sein Gedicht in die Hand. Die Autos verschwinden in der Dunkelheit.
Veysel geht auf der Straße, Ana geht neben ihm und hält seine Hand. Beide lächeln sich an. Sein Lieblingslied DEINE SCHÖNHEIT IST NICHTS WERT… erklingt. Wir sehen Veysel in einer Totalen von hinten. Alleine. In seiner Hand hält er das Gedicht. Sein Abschied von Ana war nur ein Traum, er hat es nicht geschafft die Autos einzuholen.

Projektart
Studentenfilm
Produktion
Filmakademie Wien
Regie
Hüseyin Tabak
DarstellerInnen
Abdulkadir Tuncer, Orhan Yildrim, Nazmi Kirik, Lale Yavas, Susi Stach u.v.m.
Produktionsleitung
Steven Swirko
Aufnahmeleitung
Paul Schober
Drehbuch
Hüseyin Tabak
Kamera
Lukas Gnaiger
Ton
Manuel Grandpierre
Kostüm
Christine Brunner
Maske
Verena Eichtinger
Szenenbild
Julia Oberndorfinger, Attila Plangger, Stefanie Hinterauer
Schnitt
Christoph Loidl
Drehstart
08.04.2011
Postproduktion Start
25.04.2011